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Unser Test

Life Selector

Die Referenz des Genres mit echten Darstellern: Jede Entscheidung öffnet einen anderen Zweig. Die Auswahloberfläche wirkt auf kleinen Bildschirmen überladen.

PC · Mac · Browser

Unser Fazit

8.2/10
Gesamtnote
Grafik7.4
Gameplay8.2
Inhalt9.0
Bedienung7.6

Stärken

  • Mit echten Darstellern gedrehte Szenen
  • Echte Verzweigung der Entscheidungen
  • Läuft im Browser, ohne Installation
  • Regelmäßig erweiterter Katalog

Schwächen

  • Kostenpflichtig, über dem Durchschnitt
  • Überladene Auswahloberfläche auf kleinen Bildschirmen
  • Verlangt eine gute Verbindung

Life Selector fällt unter den Pornospielen aus dem Rahmen: Es arbeitet nicht mit Figuren aus dem 3D-Modell, sondern mit Sequenzen, die mit echten Darstellern gedreht wurden. Gespielt wird aus der Ich-Perspektive, in regelmäßigen Abständen fällt eine Entscheidung, und jede Entscheidung lenkt den weiteren Verlauf. Das Ergebnis ist eher ein interaktiver Film als ein Simulator. Was die Formel im täglichen Gebrauch wirklich taugt, steht hier.

Was Life Selector genau ist

Ein interaktives Adventure, abgeleitet von der gleichnamigen Website. Das Prinzip ist eine schlichte Schleife: Eine Videosequenz läuft, sie hält bei einer Frage an, Sie wählen eine von mehreren Antworten, und die nächste Sequenz ergibt sich aus dieser Wahl. Sie verkörpern keinen frei gestaltbaren Avatar, sondern eine Rolle, die das anfangs gewählte Szenario vorgibt: Taxifahrer, Stripper, Lieferbote, Darsteller in Erwachsenenfilmen. Zu jeder Rolle gehört ein eigenes Szenario mit eigenen Figuren und eigenen Verzweigungen. Ein Wechsel der Rolle bedeutet damit einen Wechsel des gesamten Materials, nicht nur einen anderen Einstieg in dieselbe Handlung.

Der Unterschied zu einem 3D-Spiel ist damit struktureller Natur, nicht kosmetischer.

Wo eine 3D-Engine die Szene in Echtzeit berechnet und die Kamera in der Hand des Spielers lässt, gibt Life Selector vorproduzierte Videos wieder und reiht genau diejenigen aneinander, die Ihre Entscheidungen aufrufen. Bildausschnitt und Tempo innerhalb einer Sequenz liegen nicht bei Ihnen. Dafür sehen Sie das Bild eines echten Drehs, und daran kommt keine Engine heran.

Wie eine Partie abläuft

Am Anfang steht die Wahl eines Szenarios. Danach reiht das Spiel Sequenzen aneinander, unterbrochen von Entscheidungsbildschirmen. Die Fragen bewegen sich in drei Registern: was Ihre Figur ihrem Gegenüber sagt, welche Richtung die Begegnung insgesamt nimmt, und einzelne Details der Inszenierung. Je nach Antwort verschwinden Nebenfiguren aus dem Szenario, andere kommen hinzu, und die Länge der Szenen verschiebt sich. Zwei Spieler, die vom selben Szenario ausgehen, bekommen nicht dieselbe Geschichte, und darauf stützt sich der Wiederspielwert des Titels.

Die Zahl der Zweige bleibt trotzdem endlich, und nach mehreren Durchläufen wiederholt sich ein Szenario.

Die zu Beginn gewählte Rolle verändert das Spielerlebnis stärker als sämtliche Entscheidungen unterwegs, und diesen Punkt lässt die Selbstdarstellung des Spiels im Dunkeln. Ein Taxifahrer-Szenario reiht kurze Begegnungen mit wechselnden Figuren aneinander, ein Szenario als Filmdarsteller richtet dagegen einen festen Schauplatz und eine gleichbleibende Besetzung ein, mit deutlich längeren Sequenzen. Das erste Format passt zu einer kurzen Sitzung, das zweite zu einer durchgehenden Partie. Wer sich vor dem Start die Beschreibung eines Szenarios durchliest, landet also nicht im falschen Rhythmus.

Die Entscheidungen, die wirklich zählen

Nicht jede Verzweigung wiegt gleich schwer, und es lohnt sich zu wissen, auf welche Sie achten müssen. Die Entscheidungen der ersten Minuten legen die Bahn fest: Sie bestimmen, welche Figuren präsent bleiben und welche Sequenzen überhaupt erreichbar werden. Spätere Entscheidungen wirken vor allem auf Details der Inszenierung und öffnen keinen neuen Zweig mehr. Wer den Inhalt wirklich ausschöpfen will, variiert daher besser die ersten Antworten von Partie zu Partie statt der letzten.

Daher rührt auch das Gefühl der Wiederholung nach drei oder vier Durchläufen desselben Szenarios. Wer stattdessen das Szenario wechselt, sieht neues Material, weil jede Rolle ihre eigene Besetzung und ihre eigenen Schauplätze mitbringt. Der Katalog wirkt dann deutlich größer, als er sich innerhalb einer einzelnen Geschichte anfühlt.

Was die Umsetzung taugt

Die Bildqualität ist die stärkste Karte des Titels, was logisch ist, denn hier läuft Video und keine Echtzeitberechnung. Die Sequenzen stehen in 360p, 480p, 720p und 1080p bereit, der Player richtet sich nach der verfügbaren Bandbreite. In 1080p und auf einer stabilen Leitung sehen Sie eine sorgfältige Produktion mit professioneller Ausleuchtung und professionellem Schnitt, was in dieser Kategorie selten vorkommt.

Die Kehrseite folgt sofort. Auf einer langsamen Verbindung schaltet das Spiel in eine niedrige Auflösung oder bleibt mitten in einer Sequenz im Puffer hängen, und die Illusion fällt in sich zusammen. Life Selector verlangt eine gute Leitung, nicht eine gute Maschine. Anders als die 3D Sexspiele, die die Grafikkarte beanspruchen, fordert es den Prozessor kaum.

Wie der Zugang funktioniert

Das Spiel startet auf dem Smartphone ebenso wie am Rechner, und Sie können kostenlos hineinspielen. Angesichts des gezeigten Produktionsniveaus überrascht dieser Punkt am meisten. Ein Download entfällt, der Browser genügt.

Die Gratisversion hat allerdings zwei Grenzen, die Sie vor dem ersten Start kennen sollten. Die frei zugänglichen Szenen sind zahlenmäßig begrenzt, und der Durchlauf wird von Werbeeinblendungen unterbrochen. Beides hindert Sie nicht daran, sich ein genaues Bild vom Spiel zu machen, macht das Erlebnis aber weniger flüssig, als die Qualität der Sequenzen vermuten lässt.

Die freie Fassung ist ein ernst gemeinter Einstieg, kein vollständiger Zugang zum Katalog.

Was fehlt: jede Form von Sortierung

Das ist der bestbegründete Vorwurf an den Titel, und er betrifft die Organisation, nicht den Inhalt. Das Spiel bietet keinerlei Möglichkeit, die Szenarien nach den Kriterien zu ordnen, die einen Spieler tatsächlich interessieren. Weder nach Herkunft noch nach Anzahl der Szenen, nach Alter oder nach Körperbau lässt sich filtern, und auch kein anderes detailliertes Kriterium steht bereit. Sie gehen die Angebote also einzeln durch, öffnen, schließen, fangen von vorn an. Bei einem schmalen Katalog wäre das eine Randnotiz, bei einem umfangreichen wird daraus echter Zeitverlust.

Am Inhalt liegt es nicht. Es hakt am Zugang zum Inhalt.

Sollten Sie es ausprobieren?

Ja, wenn Ihnen das gefilmte Bild mehr bedeutet als Bewegungsfreiheit. Life Selector beherrscht eine Sache, die keine 3D-Engine beherrscht, und das Format des interaktiven Films wird von vorn bis hinten durchgehalten, ohne Simulation vorzutäuschen.

Nein, wenn Sie einen Avatar gestalten, eine Kamera führen oder ohne Werbeunterbrechung zugreifen wollen. Für diese Bedürfnisse ist ein klassisches 3D-Spiel die bessere Antwort.

Ist Life Selector kostenlos?

Sie können kostenlos spielen, am Smartphone wie am Rechner. Die frei zugänglichen Szenen bleiben allerdings begrenzt, und während der Partie schieben sich Werbeeinblendungen dazwischen.

Sind die Figuren in 3D gerechnet?

Nein, und das ist das zentrale Merkmal des Titels. Alle Sequenzen sind Videos mit echten Darstellern, was eine Avatargestaltung ausschließt, dafür aber eine Bildwirkung liefert, die keine 3D-Engine erreicht.

In welcher Videoqualität liegen die Szenen vor?

In 360p, 480p, 720p und 1080p, je nach Szene und verfügbarer Bandbreite. Für die höchsten Auflösungen brauchen Sie eine gute Verbindung.

Lassen sich die Szenarien filtern?

Nein. Das ist die größte Schwäche des Spiels: Eine Sortierung nach Herkunft, Szenenzahl, Alter oder Körperbau fehlt, sodass Sie den Katalog von Hand durchgehen müssen.

Auf welchen Geräten läuft es?

Auf Smartphone und Rechner. Die Qualität der Verbindung zählt mehr als die Leistung des Geräts, denn das Spiel gibt Video wieder, statt ein Bild in Echtzeit zu berechnen.

Häufige Fragen

Welche Note bekommt Life Selector?

Life Selector erreicht 8.2 von 10, berechnet aus vier gewichteten Kriterien: Grafik 7.4, Gameplay 8.2, Inhalt 9.0, Bedienung 7.6.

Auf welchen Plattformen läuft Life Selector?

Life Selector läuft auf PC · Mac · Browser.

Unterstützt Life Selector VR-Headsets?

Nein, Life Selector bietet keinen VR-Modus.