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Unser Test

Virtual Lust 3D

Überzeugende Physiksimulation und ein ungewöhnlich tiefer Szeneneditor. Oberfläche und Dokumentation liegen ausschließlich auf Englisch vor.

VRPC · Smartphone

Unser Fazit

7.6/10
Gesamtnote
Grafik8.7
Gameplay7.4
Inhalt7.1
Bedienung6.9

Stärken

  • Hochwertige Physiksimulation
  • Sehr vollständiger Szeneneditor
  • Mit VR-Headset nutzbar

Schwächen

  • Oberfläche und Dokumentation nur englisch
  • Steile Lernkurve
  • Hoher Preis

Virtual Lust 3D ist ein Pornospiel mit Echtzeitberechnung, das auf zwei Bauteilen ruht: einem ziemlich tiefen Charakter- und Szeneneditor und einer Physiksimulation, die Körper als Volumen mit Gewicht behandelt statt als vorgefertigte Animationen. Die Software wird auf dem Rechner installiert, läuft auf PC und mobil und arbeitet mit einem VR-Headset zusammen. Anspruchsvoll ist sie in beide Richtungen, gegenüber der Hardware und gegenüber demjenigen, der sie bedient, und genau diese Anforderung bildet die Achse dieses Tests.

Das Versprechen lautet nicht, eine Geschichte zu erzählen. Es lautet, das Werkzeug zu liefern, mit dem man eine baut.

Was die Simulation auszeichnet

Der Unterschied zu den meisten Simulatoren des Vergleichs liegt in der Behandlung der Physik. Statt starre Animationen aneinanderzureihen, berechnet die Engine die Reaktion der Körper auf Kontakt, Gewicht und Trägheit, und das Ergebnis fällt vor allem in den Nebenbewegungen auf: die Haare, die Stoffe, die Art, wie sich eine Haltung von selbst korrigiert, sobald sich der Auflagepunkt verschiebt. Für sich genommen ist keines dieser Elemente spektakulär. Zusammen nehmen sie dem Ganzen jene Steifheit, an der man fast jeden Titel des Genres erkennt.

Die Kehrseite stellt sich sofort ein: All das wird während des Spielens gerechnet.

Eine bescheidene Konfiguration bringt die Software nicht zum Absturz, sie lässt die Bildrate einbrechen, und in diesem Moment zerfällt die Illusion. Die Physik wird weiterhin berechnet, aber sie wird nicht mehr als natürliche Bewegung gelesen, und was nach Gewicht aussehen sollte, sieht nach Verzögerung aus. Es ist der einzige Titel des Vergleichs, bei dem der Abstand zwischen einer aktuellen dedizierten Karte und einer integrierten Lösung nicht nur das Aussehen verändert, sondern die Glaubwürdigkeit dessen, was auf dem Bildschirm passiert.

Wer hier sparen will, spart an der einzigen Eigenschaft, für die sich der Titel überhaupt lohnt.

Der Editor und die Zeit, die er verlangt

Dies ist der am weitesten ausgebaute Teil der Software und zugleich der einschüchterndste. Die Charaktererstellung läuft über eine Reihe von Reglern, die auf Statur, Hautton, Frisur, Make-up und Hautdetails wie Tattoos und Piercings wirken. Die Zahl der Parameter übersteigt bei Weitem das, was ein Simulator bietet, der sich auf eine geschlossene Modellliste beschränkt.

Hier wählt man keine Figur aus, hier baut man sie.

Der Szeneneditor folgt derselben Logik. Kulisse, Kameraposition, Beleuchtung und die Abfolge der Sequenzen werden festgelegt, und das Ganze lässt sich sichern und später wieder aufnehmen. Das rückt die Software näher an ein Kompositionswerkzeug als an ein Spiel, und es erklärt zugleich die Lernkurve: Nichts davon erschließt sich beim ersten Kontakt, und die ersten Sitzungen vergehen hauptsächlich damit, herauszufinden, wo die Dinge liegen.

Mit zwei bis drei Stunden bis zum ersten Ergebnis, das der eigenen Vorstellung entspricht, ist realistisch gerechnet.

Die Sprachhürde

Das ist der handfesteste Mangel des Titels, und er hat nichts Technisches an sich. Die Oberfläche existiert nur auf Englisch, die Dokumentation ebenfalls. In einer Software, deren gesamter Reiz auf einem Editor mit mehreren Dutzend Parametern beruht, ist das keine Nebensache mehr: Die Bezeichnungen der Regler, die Erläuterungen zu den Modi und die Warnhinweise stehen sämtlich auf Englisch, und wer die Sprache nicht sicher beherrscht, arbeitet sich durch Ausprobieren voran.

Für deutschsprachige Leser wiegt dieses Kriterium bei der Entscheidung vermutlich am schwersten, noch stärker als die Hardwareanforderung.

Verstärkt wird dieser Nachteil ausgerechnet dort, wo die Software ihre Stärke hat. Ein schmales Menü ließe sich auch ohne Sprachkenntnisse erschließen; ein Werkzeugkasten mit Dutzenden benannter Schieberegler tut das nicht, weil jede falsch verstandene Bezeichnung eine Einstellung kostet, die man anschließend wieder zurücknehmen muss.

Inhalt und Grenzen

Der Katalog an Situationen ist breit und deckt ab, was man in dieser Kategorie erwartet, von den geläufigsten Szenen bis zu den spezielleren Praktiken, darunter die Anal-Simulation, die viele Simulatoren nur oberflächlich behandeln. Der Ansatz bleibt in allen Fällen derselbe: Parameter, die eingestellt werden, und keine Sequenzen, die man ansieht. Wer einen Katalog zum Durchblättern erwartet, muss die Methode wechseln, denn hier geschieht nichts, was nicht zuvor jemand aufgebaut hat.

Einen Mehrspielermodus gibt es nicht, und einen Fortschritt auch nicht. Freigeschaltet wird nichts.

Das ist eine Entscheidung und kein Versäumnis, aber man sollte es vor dem Start wissen. Die Software bietet weder Ziele noch Stufen noch Belohnungen, und sie versucht nicht, diese Abwesenheit unter einer Spielschicht zu verstecken, die es gar nicht gibt. Wer ein strukturiertes Spiel sucht, findet einen Werkzeugkasten; wer einen Werkzeugkasten sucht, findet einen der vollständigsten des gesamten Vergleichs.

Virtuelle Realität

Die Unterstützung des Headsets ist echt und kein Werbeetikett. Der Maßstab stimmt, was die Mindestbedingung dafür ist, dass eine Szene in virtueller Realität überhaupt funktioniert, und die Kamerasteuerung geht ohne Bruch auf die Kopfverfolgung über. Sitzungen mit Headset verlangen allerdings noch mehr Rechenreserve als der Betrieb am Bildschirm, und hier wird die Hardwareanforderung am deutlichsten sichtbar.

Unter dem Headset bleibt der Editor bedienbar, was längst nicht für alle kompatiblen Titel gilt.

Wie der Einstieg abläuft

Am Anfang steht die Installation: Die Software wird heruntergeladen und lokal ausgeführt, anders als die Simulatoren des Vergleichs, die aus dem Browser heraus laufen. Eine mobile Fassung existiert und funktioniert, sie arbeitet jedoch mit einer verringerten Zahl von Parametern und dient vor allem dazu, am Computer aufgebaute Szenen erneut anzusehen. Seinen vollen Sinn entfaltet der Editor auf dem PC.

Die eigene Hardware prüft man besser vorher als nachher.

Eine klare Systemanforderung nennt die Software nicht, und das ist ein echtes Versäumnis: Die Grenze der eigenen Maschine entdeckt man beim Benutzen, wenn sich kaum noch etwas daran ändern lässt. In der Praxis entscheidet die Grafikkarte, und eine integrierte Lösung reicht aus, um den Editor zu öffnen, nicht aber, um die Physiksimulation auszunutzen, die der einzige ernsthafte Grund ist, gerade zu diesem Titel zu greifen.

Lohnt sich der Versuch

Ja, wenn Sie Kontrolle suchen und bereit sind, Zeit in die Einarbeitung zu stecken. Die Physiksimulation und die Tiefe des Editors haben unter den Simulatoren des Vergleichs kein direktes Gegenstück, und der Unterschied wird nach einigen Stunden sichtbar, nicht nach einigen Minuten.

Nein, wenn Ihnen die englische Sprachhürde im Weg steht oder wenn Sie eine Software erwarten, die man öffnet und sofort benutzt. Der Zugang ist kostenpflichtig, und er rechtfertigt sich nur, wenn der Editor auch tatsächlich zum Einsatz kommt. Wer lediglich fertig aufgebaute Szenen betrachten möchte, findet anderswo die einfacheren Optionen.

Häufige Fragen

Welche Note bekommt Virtual Lust 3D?

Virtual Lust 3D erreicht 7.6 von 10, berechnet aus vier gewichteten Kriterien: Grafik 8.7, Gameplay 7.4, Inhalt 7.1, Bedienung 6.9.

Auf welchen Plattformen läuft Virtual Lust 3D?

Virtual Lust 3D läuft auf PC · Smartphone.

Unterstützt Virtual Lust 3D VR-Headsets?

Ja, Virtual Lust 3D unterstützt Headsets für virtuelle Realität.